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<title>Schluff</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Schluff</span></h1>
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<p>Unter <b>Schluff</b> (geologisch auch <b>Silt</b>) versteht man <a href="Feinboden" title="Feinboden">Feinböden</a> unterschiedlicher Abkunft sowie unverfestigte <a href="Klastisch" class="mw-redirect" title="Klastisch">klastische</a> <a href="Lockersediment" class="mw-redirect" title="Lockersediment">Sedimente</a>, deren <a href="Mineral" title="Mineral">mineralische</a> Bestandteile überwiegend (d.&nbsp;h. mehr als die Hälfte) eine <a href="Korngr%C3%B6%C3%9Fe" title="Korngröße">Korngröße</a> von 2 bis 63 Mikrometer aufweisen. Schluff und Silt sind zugleich auch die Bezeichnungen für das entsprechende Korngrößenintervall, das eine Mittelstellung zwischen dem gröberen <a href="Sand" title="Sand">Sand</a> und dem feineren <a href="Ton_(Bodenart)" title="Ton (Bodenart)">Ton</a> einnimmt. Partikel in Schluffgröße sind in hohem Maße in den <a href="Baugrund" title="Baugrund">bindigen Böden</a> bzw. Sedimenten enthalten, die als <a href="Lehm" title="Lehm">Lehm</a> bezeichnet werden. Als Kurzbezeichnung für die Korngröße Schluff dient ein großes „U“. In den <a href="Geowissenschaften" title="Geowissenschaften">Geowissenschaften</a> werden klastische Sedimentgesteine mit einer Dominanz von Korngrößen im Schluffbereich <a href="Schluffstein" title="Schluffstein">Schluff- oder Siltsteine</a> genannt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Korngrößenbestimmung_im_Gelände"><span id="Korngr.C3.B6.C3.9Fenbestimmung_im_Gel.C3.A4nde"></span>Korngrößenbestimmung im Gelände</h2></div>
<p>Schluffkörner sind so klein, dass sie weder mit dem bloßen Auge noch mit der Lupe einzeln auflösbar sind. Eine Unterscheidung zwischen Schluff- und Tonpartikeln ist daher optisch im Gelände nicht möglich. Allerdings gilt, dass aufgrund der speziellen Eigenschaften der jeweiligen Minerale Schluffpartikel in der Regel aus relativ harten Mineralen, meist <a href="Quarz" title="Quarz">Quarz</a>, bestehen, während Tonpartikel aus den viel weicheren <a href="Tonminerale" title="Tonminerale">Tonmineralen</a> bestehen. Bei der provisorischen Untersuchung von schwach bis moderat verfestigten Sedimentgesteinen während der <a href="Geologie" title="Geologie">geologischen</a> und <a href="Bodenkunde" title="Bodenkunde">bodenkundlichen</a> Gelände- und Feldarbeit kann daher eine Unterscheidung von Schluffstein oder schluffigem Tonstein und reinem Tonstein durch die Knirschprobe erfolgen. Hierbei wird ein sehr kleines Eckchen des betreffenden Gesteins abgebissen und gekaut. Ein charakteristisches Knirschen des Gesteins zwischen den Zähnen zeigt das Vorhandensein von Schluff im beprobten Gestein an.
</p><p>Die Abgrenzung von schluffigen zu tonigen <a href="Feinboden" title="Feinboden">Feinböden</a> bzw. unverfestigten Sedimenten erfolgt im Gelände mittels <a href="Fingerprobe_(Boden)" title="Fingerprobe (Boden)">Fingerprobe</a>. Anders als relativ reiner Ton ist feuchter Schluff oder schluffreicher Ton zwischen den Fingern nur mäßig formbar. Außerdem wird durch die größere Korngröße das Licht <a href="Diffuse_Reflexion" class="mw-redirect" title="Diffuse Reflexion">diffuser reflektiert</a>, so dass das Material beim Verreiben zwischen den Fingerkuppen nicht fettig glänzt, wie es für relativ reinen Ton typisch ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Untergliederung_der_Korngröße_Schluff"><span id="Untergliederung_der_Korngr.C3.B6.C3.9Fe_Schluff"></span>Untergliederung der Korngröße Schluff</h2></div>
<p>Die Korngröße Schluff bzw. Silt ist durch die Norm <a href="EN_ISO_14688" class="mw-redirect" title="EN ISO 14688">EN ISO 14688</a> definiert, die 2002 die <a href="DIN_4022" title="DIN 4022">DIN 4022</a> abgelöst hat. Unterteilt wird hierbei in Fein-, Mittel- und Grobschluff.
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td rowspan="3" bgcolor="#f0f0f0" align="center">Schluff <br> (Silt) (U/Si)
</td>
<td><b>Feinschluff</b> (fU/FSi)</td>
<td>2 bis 6,3&nbsp;µm
</td></tr>
<tr>
<td><b>Mittelschluff</b> (mU/MSi)</td>
<td>6,3 bis 20&nbsp;µm
</td></tr>
<tr>
<td><b>Grobschluff</b> (gU/CSi)</td>
<td>20 bis 63&nbsp;µm
</td></tr></tbody></table>
<p>Da bei der Korngrößenanalyse eines Sedimentes oder Bodens im Labor die Abtrennung der Silt- von der Tonfraktion sowie die Trennung der Unterfraktionen der Siltfraktionen aufgrund der geringen Korngrößen nicht durch <a href="Siebanalyse" title="Siebanalyse">Sieben</a> erfolgen kann, sondern durch <a href="Schl%C3%A4mmanalyse" title="Schlämmanalyse">Schlämmen</a> erfolgen muss, werden Ton- und Siltpartikel in diesem Zusammenhang unter dem Begriff <i>Schlämmkorn</i> verstanden.
</p><p>Die international zur Einteilung der Sedimente verwendete Wentworth-Skala basiert auf dem <a href="Bin%C3%A4rer_Logarithmus" class="mw-redirect" title="Binärer Logarithmus">Logarithmus zur Basis 2</a>, die Klassifikation nach EN ISO bzw. DIN dagegen auf dem <a href="Dekadischer_Logarithmus" title="Dekadischer Logarithmus">dekadischen Logarithmus</a>. Damit erreichen die letztgenannten Normen, dass auf einer logarithmischen Korngrößenskala die Abstände im wichtigen Bereich von 2&nbsp;µm bis 20&nbsp;mm gleich sind. Als Konsequenz weichen die Grenzen der Kornklassen der beiden Systeme voneinander ab. Nach der Wentworth-Skala hat der Silt eine Korngröße von 4 bis 63&nbsp;µm (gerundet). Daher ist bei Verwendung von Literatur aus unterschiedlichen Quellen auf das jeweilig zugrunde liegende Bezugssystem zu achten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Klassifikation_schluffhaltiger_Sedimente">Klassifikation schluffhaltiger Sedimente</h2></div>
<p>Alle klastischen Sedimente, deren Körner mehrheitlich im Größenbereich von Schluff bzw. Silt liegen, werden als Schluffe bzw. Silte bezeichnet. Je nachdem, welche der Schluff-Korngröße dominiert, kann analog zu den entsprechenden Korngrößenbezeichnungen zwischen Fein-, Mittel- und Grobschluffen unterschieden werden. Fein- und Mittelschluffe gehören gemeinsam mit den Tonsedimenten zu den <a href="Pelit" title="Pelit">Peliten</a>, Grobschluffe werden gemeinsam mit den Sanden zu den <a href="Psammit" title="Psammit">Psammiten</a> gerechnet. In Sedimenten mit hohem Ton- und Schluffanteil sind nomenklatorische Abstufungen wie <i>Schluffton</i> (Ton dominiert noch), <i>Tonschluff</i> (Schluff dominiert schon) und <i>toniger Schluff</i> (Schluff dominiert deutlich) möglich.
</p><p>Ein relativ stark verfestigtes klastisches Sedimentgestein, das überwiegend aus schluffigem Korn besteht, wird als <a href="Schluffstein" title="Schluffstein">Schluffstein</a> (Siltstein) bezeichnet. In der englischen Nomenklatur werden alle klastischen Sedimentgesteine, in denen Korngrößen unterhalb der von Feinsand dominieren, als <span lang="en"><a href="Mudstone" title="Mudstone">Mudstones</a></span> oder <span lang="en">Mudrocks</span> („Schlamm[ge]steine“) zusammengefasst.
</p><p>Feinkörnige, dichte <a href="Karbonatgestein" class="mw-redirect" title="Karbonatgestein">Karbonatgesteine</a> können als Kalkschluff, Dolomitschluff usw. klassifiziert werden, wobei zu beachten ist, dass Karbonatpartikel dieser Größenordnungen in aller Regel nicht klastisch sind, sondern im Ablagerungsraum („<a href="In_situ" title="In situ">in situ</a>“) durch Organismen erzeugt werden (<a href="Bioerosion" class="mw-redirect" title="Bioerosion">Bioerosion</a>, <a href="Biomineralisation" title="Biomineralisation">aktive Abscheidung</a> von Kalziumkarbonat durch <a href="Einzeller" title="Einzeller">Einzeller</a>),<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wenngleich natürlich eine nachträgliche Umlagerung dieser Partikel stattfinden kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Silt?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Silt</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Schluff" class="extiw external" title="wikt:Schluff">Wiktionary: Schluff</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ds.mpg.de/115858/23">Was ist eigentlich Schluff?</a>, Max-Planck-Institut</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">siehe z.&nbsp;B. Amr A. El-Sammak: <i>Nature and genesis of silt-size carbonate sediments; Northern Red Sea, Egypt.</i> Carbonates and Evaporites. Bd.&nbsp;16, Nr.&nbsp;1, 2001, S.&nbsp;37–45, <a href="https://doi.org/10.1007/BF03176225" class="extiw external" title="doi:10.1007/BF03176225">doi:10.1007/BF03176225</a></span>
</li>
</ol>
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4179765-6">4179765-6</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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